Poli Grappa-Museum

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Der Alambic im Laufe der Zeit

Der Alambic im Laufe der Zeit

Das Wort Alambic leitet sich vom griechischen ambix ab und bedeutet Gefäß, Tasse. Die arabische Sprache hat es im Laufe der Jahrhunderte aufgegriffen und in al - imbiq verwandelt, wobei ihm definitiv die Bedeutung des Destilliergefäßes vermittelt wurde.

Die Geschichte des Alambics geht von einer hoch entwickelten und gut organisierten antiken Kultur aus: der mesopotamischen Kultur. In Tepe Gawra, im oberen Tigris-Tal 20 km östlich von Mosul (heute Irak) gelegen, kamen Bruchstücke eines primitiven, ca. auf das 2. Jahrhundert v.Chr. zurückgehenden Alambics zum Vorschein, während ein weiterer in einem dem heutigen Pakistan entsprechenden Gebiet gefunden wurde und ebenfalls auf das 2. Jahrhundert v.Chr. zu datieren ist.

Der erste hergestellte Alambic muss in seinem Konzept sehr einfach gewesen sein: ein Destillationsgefäß, auch Brennblase genannt, wurde über dem Feuer angebracht, überragt von einer als Kapitell oder auch Helm bezeichneten Kuppel. Mit dieser war ein Schnabel zur Kondensierung der von der Hitze entwickelten Dämpfe verbunden.

Die mesopotamische Kultur kannte die Kunst der Destillation, jedoch wird der erste historisch bekannte Alambic in einer in der Biblioteca Marciana in Venedig verwahrten Handschrift erwähnt. Dieser Alambic leitet seinen Namen vom Ägypter Cleopatra, der ihn im 2. Jahrhundert v.Chr. beschrieb, ab und ist unter dem Namen Crisopea des Cleopatra bekannt. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde er benutzt, um Balsame und Essenzen zu produzieren.

Ein weiteres antikes Destillationsinstrument war der wegen seiner auffallenden Ähnlichkeit mit dem gleichnamigen Vogel unter dem Namen Pelikan bekannte Alambic. Das sehr einfache Gerät bestand aus drei Elementen: einem Gefäß aus Terracotta oder anderem Material, überragt von einem mit einem langen Schnabel versehenen Kapitell, und schließlich einem Gefäß zum Auffangen des Destillats, in das der Schnabel mündete. Dieses essentielle Instrument wurde dank seiner praktischen Gebrauchsweise bis zum 16. Jahrhundert benutzt, bot jedoch nur wenig Ergiebigkeit. In der Tat wurde es vorwiegend zur Gewinnung von Essenzen und nicht zur Herstellung von trinkbaren Destillaten verwendet.