Poli Grappa-Museum

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Wer trinkt Grappa?

Wer trinkt Grappa?

Wenn man den typischen Grappa-Konsumenten darstellten wollte, müsste als Erstes die immer bewusstere und maßvollere Wahl bei der Verkostung dieses hochprozentigen Destillats in Betracht gezogen werden. Während andere Getränke wie Bier, Cocktails oder Wein aufgrund ihrer "alkoholischen Leichtigkeit" gedankenloser konsumiert werden, verlangt das Destillat stets einen Moment wohlbedachten Verkostens. Der Grappa-Konsument achtet zunehmend auf die Wahl des Destillats und wird sich kaum zu seinem Missbrauch hinreißen lassen.

Derzeit beträgt die Zahl der italienischen Grappa-Konsumenten 8 Millionen Erwachsene, d.h. 16,9% der Einwohner im Alter von 18 bis 79 Jahren. Der interessanteste Wert ist, dass diese Zahl der Verkoster sich von 1990 bis heute fast verdoppelt hat, wobei das Interesse jedoch immer mehr der Qualität anstatt der Quantität gilt. Die sogenannten "starken Verbraucher" - jene, die ihren wöchentlichen Grappa-Konsum im Laufe der Zeit konstant gehalten haben - haben nämlich keinerlei Zunahme verzeichnet. Es erhöht sich dagegen die Zahl der "mittleren" und "schwachen Verbraucher", d.h. jener, die Grappa im Durchschnitt dreimal pro Monat trinken. In die letztgenannte Gruppe sind auch die Verbraucher zwischen 25 und 35 Jahren eingetreten und haben damit den bereits spürbaren Eindruck bestätigt, dass das Produkt Grappa nicht mehr nur der älteren Generation zugeordnet wird.

Ein grundlegender Faktor war in dieser Hinsicht der starke Imagegewinn, den der Grappa in den letzten 30 Jahren verzeichnet hat. Während er bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts als das männliche Destillat schlechthin - ein Produkt, das kompromisslos rau und stark sein musste - angesehen wurde, wohnen wir heute einer vollständigen und andersartigen Wahrnehmung des Produkts bei. Seit den 80er Jahren wird der Grappa in weicherer Form präsentiert, mit einem im Durchschnitt bei 40% vol. liegenden Alkoholgehalt anstatt der 50 oder 60% vol., die den Gelegenheitskonsumenten einst schaudernd von der Verkostung zurückschrecken ließen.

Der Grappa hat außerdem im weiblichem Publikum leidenschaftliche Verkosterinnen, die sich in den letzten Jahren der Welt der qualitativ hochwertigen Weine und Destillate genähert haben, erobert.